Frauen managen umsichtiger. Von Frauen gemanagte Fonds sind langfristig ertragreicher. Überhaupt täten mehr Frauen in verantwortlichen Positionen der Wirtschaft, insbesondere der Finanzwirtschaft, dem gesamten System gut.So oder so ähnlich tönt es aus den Medien.
Hier mal ein Artikel aus "DerStandard" vom 19.3.2010 zum Thema:
"Mutter der Finanzbomben
Bankerin Blythe Masters erfand die Credit Default Swaps.
Stets arbeitend, hart, herzlos: So wird die mächtigste Bankerin der Wall Street, Blythe Masters, gerne dargestellt.
Die am meisten erzählte Geschichte über Blythe Masters spielt in einem Krankenhaus. 1994, als sie, in den Wehen liegend, in ein Spital gebracht wurde, soll sie noch die Kurse an den Rohstoffbörsen überprüft haben. Stets arbeitend, hart, herzlos: So wird die mächtigste Bankerin der Wall Street gerne dargestellt.
In die Geschichtsbücher eingehen wird die heute 49-jährige Bankerin für die Erfindung der Credit Default Swaps (CDS). Diese sind Ausfallsversicherungen, mit denen sich Gläubiger gegen den Zahlungsausfall eines Schuldners versichern können. Seit Wochen wird diskutiert, wie viel Schaden CDS-Wetten auf die Pleite Griechenlands angerichtet haben, am Donnerstag geriet Athen erneut unter Druck. Bei all der Aufregung dürften nur wenige Finanzbeamte und Politiker wissen, dass hinter den umstrittenen Finanzbomben eine Frau steckt.
Geboren wurde Masters 1961 in England. Sie besuchte die angesehene Internatsschule King's College in Canterbury und studierte in Cambridge Volkswirtschaft. Nach einem Praktikum stieg sie bei der US-Großbank JPMorgan ein, schon nach wenigen Jahren war sie Chief Financial Officer. Aus jener Zeit stammt ihr harter Ruf: Sie sei hochtalentiert, habe einen guten Riecher fürs Geschäft, sei ständig erreichbar, sagen Kollegen. Sie war schroff, klagen jedoch andere.
1997 entwickelte ein Team unter Masters Führung, genannt die "JPMorgan-Mafia", die CDS. Das Produkt geht um die Welt, Masters wird gefeiert. Dann kommt der Crash. Weil mit CDS viele unsichere Geschäfte besichert wurden, verstärken sie den Dominoeffekt. Masters Aufstieg konnte das nicht bremsen: Sie sitzt heute im Vorstand von JPMorgan, verantwortet das Rohstoffgeschäft.
Ihre Erfindung von einst hat sie stets verteidigt, CDS für die Finanzturbulenzen verantwortlich zu machen sei Unsinn: "Das ist, wie wenn ein schlechter Arbeiter sein Werkzeug beschuldigt."
Privat schottet sich Masters ab. Entspannung findet sie beim Reiten, hobbymäßig auch bei Turnieren. Sie ist geschieden, hat ein Kind.
Ihren Erfolg dürfte Masters auch ihrer Präzision verdanken. Als der Guardian schrieb, sie habe mit 35 den Posten des Finanzchefs bei JPMorgan angetreten, verlangte sie eine Richtigstellung. Sie war erst 34. Richtig stellen musste die Zeitung auch die Spitalsgeschichte. Masters hat nicht gearbeitet. Sie hat mit Kursen versucht, sich zu entspannen.(András Szigetvari/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.3.2010)"
Hier der Link zum Artikel: http://diestandard.at/1268700949859/Kopf-des-Tages-Mutter-der-Finanzbomben
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